Archiv für Februar, 2012

FREUDE IST NUR EIN MANGEL AN INFORMATION

Rückblende: Donnerstag, 16. Februar. Vor 150 Jahren endet  mit der bedingungslosen Kapitulation der Konföderierten unter Simon Bolivar Buckner die fünf Tage dauernde Schlacht von Fort Donelson im Amerikanischen Bürgerkrieg und wir sind das erste Mal im großen Saal in der Pumpe um Nico Semsrott zu sehen.

Nico ist Mensch, Journalist, Poetry Slammer, Kabarettist, Schriftsteller und Referent. Er schmückt sich aber auch mit allen anderen Berufsbezeichnungen, die nicht geschützt sind. Mit über 100 Poetry-Slam-Siegen auf Bühnen in Deutschland, der Schweiz, Österreich sowie Liechtenstein und zahlreichen TV-Auftritten ist er einer der erfolgreichsten deutschen Poetry Slammer der vergangenen Jahre und bringt mit seiner einzigartigen Performance ganze Säle zum Toben.

Freude ist nur ein Mangel an Information. Diesem Motto entsprechend versorgt Nico Semsrott sein Publikum mit vielen Informationen – und die zeigen eine schlechte Welt. Der depressive Depressive betreibt in seinem ersten Soloprogramm das, was er am Besten kann: Als bitterböse Gesellschaftskritik getarnte Leistungsverweigerung. Dafür wird er mit Preisen überhäuft: dem NDR Comedy Contest, dem Karl-Marx-Poesie-Preis, dem Stuttgarter Besen (Publikumspreis) und mehr als 100 Poetry Slam-Siegen. Ihn selbst macht das traurig: „Für einen Loser bin ich ein ziemlich schlechter Verlierer“, sagt Nico von sich selbst.

Er fühlt sich missverstanden und sieht seinen Erfolg als Mobbing, nimmt ihn aber für seine höhere Mission in Kauf: Die Zahl der Depressiven in Europa zu verdoppeln. Die Chancen stehen gut – Depression ist der Wachstumsmarkt schlechthin. Hurra.

In diesem Sinne hatten wir einen sehr coolen Abend mit einem vollen Haus. So kann das gern weitergehen…

CÉLINE IS IN THE HOUSE

Dienstag, 21. Februar. Vor 690 Jahren wird in Frankreich Karl IV – der Schöne – zum König gekrönt und wir begrüßen im Club93 in Holtenau die letztjährige Jazzechopreisträgerin Céline Rudolph. Die in Berlin lebende deutsch-französische Sängerin debütierte beim traditionsreichen Jazzlabel Verve mit dem Album “Salvador”. Kurioserweise ist diese Hommage an den französischen Chansonnier Henri Salvador auch ihr erstes deutschsprachiges Album gewesen. Von der deutschen Presse wurde die Künstlerin für “Salvador” ebenso gefeiert wie vom deutschen Publikum, dem sie die Songs seit Herbst auf einer ausgiebigen Tournee präsentiert.

Es wurde ein zauberhafter sehr intimer Abend und wir freuen uns schon auf weitere Konzerte in unserem neuen  Geheimtipclub. Ein paar Photos dazu gibts hier.

 

é

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