Archiv für Mai, 2011

NEULICH IN NEUMÜNSTER

Mittlerweile ist es ein Pflichttermin für alle Freunde moderner Literatur in Neumünster: Der Poetry Slam-Abend “Statt-Gespräch”, der seit Anfang des Jahres monatlich im Statt-Theater am Haart über die Bühne geht. Am Freitag war es wieder soweit – diesmal allerdings unter komplett anderen Vorzeichen: Treten die Poeten sonst mit ihren selbstgeschriebenen Texten in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums, entfiel bei dieser Auflage der Wettbewerbscharakter und so konnten die Schriftsteller ohne Druck und Blick auf die Konkurrenz einen tiefergehenden Einblick in ihr künstlerisches Werk geben.

Darüber hinaus hatten Björn Högsdal und seine Kieler Agentur “assemble Art” wie gewohnt ein hochkarätiges Teilnehmerfeld in die Schwalestadt geholt: So präsentierte sich mit Luc Spada erstmals der bekannteste Slam-Poet Luxemburgs auf der Bühne des Statt-Theaters. Mit André Herrmann vom Leipziger Slam-Duo “TTZ” gab sich zudem der amtierende deutsche Vizemeister in der Team-Disziplin die Ehre. Er begeisterte die leider nur rund 80 Besucher ebenso wie der Berliner Till Reiners. Last but not least: Patrick Salmen, der amtierende deutsche Slam-Meister.

Es war ein rundum toller Abend, der jedoch viel viel mehr Publikum verdient hatte. Zu den Photos geht’s hier.

 

 

BLUES BALTICA

Das Eutiner Open Air gehört zu den größten und bedeutendsten Festivals der europäischen Bluesszene.

Über 15.000 Besucher und ein ausgewähltes Programm mit arrivierten Künstlern aus Europa mit den Schwerpunkten Skandinavien, Baltikum, Deutschland sowie Nordamerika sprechen für sich.

Als Location dient der Eutiner Marktplatz, der eine optimale Einbindung des Festivals in das kulturelle Leben der Stadt gewährleistet. Hinzu kommt das nur 2 Gehminuten entfernte Eutiner „Theater am Schloß“, wo nach Programmende auf dem Marktplatz mitreißende Clubkonzerte und Sessions durchgeführt werden.

Einzigartig ist jedoch die Tatsache, dass bei der Veranstaltung auf die Erhebung von Eintrittsgeldern verzichtet wird. Gleichzeitig ist die in den letzten Jahren zunehmende bewusste Ausrichtung auf namhafte Künstler aus dem skandinavischen Raum ein Novum in Deutschland.

 

Mit Thorbjørn Risager und Magda Piskorczyk haben wir am Samstag zwei phantastische Konzerte gesehen, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Hier die sieben Jungs aus Dänemark, die einfach mitreissenden R’nB spielen, dort die junge Polin mit ihrer reifen schwarzen Stimme, deren Musik tief in der afroamerikanischen und afrikanischen Tradition verwurzelt ist.

Wer die Möglichkeit beide live sehen zu können, sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Zu den Bildern vom Konzert gehts hier.

 

ZURÜCK AUS HELMSTEDT

“Ein aus­ver­kauf­tes Brun­nen­thea­ter, ein bes­tens auf­ge­leg­tes Publi­kum und eine bunte Mischung ver­schie­dens­ter Sprach­künst­ler auf der Bühne – das war das Rezept für eine Klein­kunst­gala, die auf dem bes­ten Wege ist, in der Region Kult­sta­tus zu erreichen. Domi­nik Bar­tels, Orga­ni­sa­tor des Abends, hatte die der­zeit erfolg­reichs­ten Poe­try Slam­mer nach Helm­stedt ein­ge­la­den.
Mit Patrick Sal­men war der aktu­elle deutsch­spra­chige Meis­ter auf der Bühne des Brun­nen­thea­ters zu bestau­nen. Dane­ben gaben sich auch Team und Struppi als deutsch­spra­chige Meis­ter im Team­wett­be­werb die Ehre. Nicht weni­ger ein­drucks­voll zeig­ten jedoch die ande­ren gela­de­nen Poe­ten, The­resa Hahl, Marque-Regnier Hüb­scher und Tors­ten Strä­ter, warum sie der­zeit als Stars der Szene gelten. Den 600 Besu­chern im Brun­nen­thea­ter wurde Lite­ra­tur in ihrer gan­zen Band­breite vor­ge­stellt. Den Anfang gestal­te­ten die Helm­sted­te­rin­nen Laura Peter und Johanna Müs­si­ger, die als Team Hari und Bo schon einige Male das Publi­kum auf Betriebs­tem­pe­ra­tur brin­gen durf­ten. Neben humor­vol­len, wit­zi­gen Tex­ten kamen auch die eher lei­sen, nach­denk­li­chen Töne nicht zu kurz. So konnte man­cher Zuhö­rer end­lich die Ant­wor­ten auf einige der wich­tigs­ten Fra­gen des Lebens erfah­ren. Warum tra­gen Män­ner Bärte? Warum kann Tors­ten Strä­ter keine Lie­bes­ge­dichte ver­fas­sen? Wie viel Text passt auf ein han­dels­üb­li­ches Maß­band? Was pas­siert, wenn man scho­nungs­los ehr­lich ist? Und wes­halb kann heut­zu­tage eigent­lich jeder Abitur machen?

 

Neben dem gespro­che­nen Wort genos­sen die Gäste des Street Poetry-Abends auch musi­ka­li­sche Bei­träge, wobei Domi­nik Bar­tels auch in die­sem Bereich für eine größt­mög­li­che Band­breite sorgte. Mit Spa­ce­man Spiff stellte sich ein jun­ger Lie­der­ma­cher in Helm­stedt vor, der sich mit sei­nem Auf­tritt eine große Fan­ge­meinde in der Region erspielt haben dürfte. Mit poe­ti­schen Tex­ten und wun­der­schö­nen Melo­dien begeis­terte er das Publi­kum. Das Fuck Hor­niss­chen Orches­tra brauchte Bar­tels, der den Abend auch mode­rierte, dage­gen nicht  vor­zu­stel­len. Zu gut hat­ten die Helm­sted­ter noch den Auf­tritt des skur­ri­len Duos aus Leip­zig vor gut 18 Mona­ten in Erin­ne­rung. Auch dies­mal mas­sier­ten Julius Fischer und Chris­tian Meyer wie­der die Lach­mus­keln. Dabei wan­del­ten sie gekonnt auf dem schma­len Grat zwi­schen Blö­de­lei und Genialität.

Ins­ge­samt fast vier Stun­den Pro­gramm beka­men die Gäste der 9. Aus­gabe des Street Poetry-Abends gebo­ten. Das der Ein­tritts­preis von 6 Euro dabei gera­dezu altru­is­tisch wirkt, ist Bar­tels durch­aus bewusst. Mit der Hilfe von Spon­so­ren aus dem Helm­sted­ter Mit­tel­stand und einer gehö­ri­gen Por­tion Idea­lis­mus scheint die Ziel­set­zung des Orga­ni­sa­tors, den Ein­tritt  für alle Men­schen erschwing­lich zu hal­ten, aufzugehen.” (Meike Jenzen)

Danke Dominik für alles ! Hier gehts zu den Photos

ZU GAST IN BERLIN

Wo West-Berlin anfängt, erst wirklich West-Berlin zu sein, wo Kreuzberg im Rücken liegt und Schöneberg schon begonnen hat, dort findet er statt: Der Poetry Slam des Westens

Weil der Westen schon immer kapitalistischer und leistungsorientierter war, werden die Poetinnen und Poeten zum sprachsportlichen Supersprint herausgefordert.

Nicht nur, dass sich von Runde zu Runde die Zahl der Teilnehmenden verringert, auch die Vortragszeit verringert sich: Erst 5 Minuten, danach 2 ½ Minuten, dann nur noch 1 Minute, und im Finale bleibt bloß Zeit für einen Reim oder einen Satz.

In den Vorrunden bewertet eine Publikumsjury die Darbietungen, fürs Finale erhält jeder Zuschauer eine Wäscheklammer, um sie am jeweiligen Favoriten zu befestigen.

Es war ein sehr kuscheliger und gemütlicher Slam beim AHA-Berlin e.V Mit Tom Mars als eloquentem Moderator und den Poeten Karsten Lampe – Manuel Goldbach – Florian Hötsch – Conserve – Curtis Gassert und Danny Lewerenz als Protagonisten.

Karsten hatte am Ende knapp die Nase mit drei Klammern vorne und konnte als Trophäe, die obligatorische Aufblas-banane mit nach Haus nehmen.

Die Photos dazu gibts hier

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